Düngen und Schützen

In einem Biogarten sind mineralische Dünger und chemische Mittel tabu. Auch hier bietet die Natur alles, was benötigt wird. Setzen Sie beim Düngen lieber auf guten Kompost, Grünschnitt, Kaffeesatz, Mist, Hornspäne, Holzkohle und Brennesseljauche.

Nichts geht über guten selbst erzeugten Kompost. In einem Garten fällt auch meistens genug davon an. Ja, es sind hochkomplexe Vorgänge im Kompost. Man kann sie mit zahlreichen Aktivitäten unterstützen, wie das regelmäßige Umschichenten und belüften etc. Ehrlich gesagt hab ich dazu keine Zeit und keine Lust. Mag sein, dass es ein wenig länger dauert bis mein Komposthaufen vollständig durchkompostiert ist, funktionieren tut es aber trotzdem auch ohne den ganzen Schnickschnack.

Warum? Weil ich unendlich viele Helfer in meinem Komposthaufen habe. Zwischendrin integriere ich auch Äste und Zweige, die länger für die Zersetzung brauchen, aber auch ausreichend belüften. Das wichtigste aber sind die Helfer. Auch ihretwegen kommt für mich Chemie nicht in Frage. Kompostwürmer, Rosenkäfer, Pilze und so weiter sollen sich wohl fühlen und einfach ihre Arbeit machen können. Und das tun sie auch. Wenn der Kompost reif ist, wird er umgegraben und gesiebt. Das noch nicht vollständig verrottete Material kommt zurück auf den Kompost, die verwendbare Erde entweder direkt ins Beet oder irgendwo auf Halde bis sie benötigt wird.

Da mein Garten relativ groß ist und auch in verschiedene Teilbereiche gesplittet, finden sich 5 Komposthäufen gut verteilt, damit ich nicht weit mit meinem Grüngut rumlaufen muss. Wer nicht sehr viel Platz hat, kann zum Beispiel Rasenschnitt direkt unter die Pflanzen geben. Er verrottet sehr schnell, ist ein guter Dünger und hält die Feuchtigkeit im Boden.

Ein Isektenhotel bietet einigen Wildbienenarten Unterschlupf. Sie sind die besten Bestäuber im Garten. Hier eine gekaufte Variante. Sie musste nachgebort werden, aber jetzt wird sie von den Bienen gerne angenommen. Als Anhaltspunkt für die Brutröhren gilt: Durchmesser in mm = Länge in cm.

Nicht nur Kaffeetrinker lieben Kaffee. Auch die Regenwürmer stehen total auf Kaffee, deshalb wandert der Kaffeesatz direkt in die Beete oder wo er sonst noch gebraucht wird. Die Würmer verwandeln ihn in wertvollen Dünger und lockern bei der Gelegenheit gleich den Boden. Da der Kaffee von den Würmern erst in Dünger umgewandelt wird, macht er natürlich auch nur da Sinn, wo auch Würmer hinkommen. Für Topfpflanzen ist er also eher ungeeignet.

„Wo Mistus da Christus“ pflege meine Mum immer zu sagen. Besonders für Kartoffeln ist Mist ideal zum Düngen. Geeignet aber auch für jeden anderen Starkzehrer im Gemüsebeet. Hornspäne gehören beim Pflanzen direkt ins Pflanzloch. Sie sind ein natürlicher Langzeitdünger, da sie den Stickstoff sehr langsam an Erde und Wurzeln abgeben.

Holzkohle, wer hätte das gedacht erhöht den Ertrag. Schon die Maya wußten das und setzten für den Anbau des Hauptnahrungsmittels Mais Holzkohle zum düngen ein. Nur mit diesem Trick ließen sich die Bewohner der damals schon Großstadt Mexio-City ernähren. Holzkohle speichert die Nährstoffe. Tränkt man sie zum Beispiel mit Gülle, schließt sie die darin enthaltenen Nährstoffe ein und nur Pflanzen, kein Regen oder sonst was, kann sie daraus wieder erschließen. Mit Holzkohle können Nährstoffe also nicht ausgewaschen werden. Nitrat etwa gelangt so nicht ins Grundwasser.

Zu guter Letzt die Brennesseljauche. Mit ihr lässt sich nicht nur düngen, sie dient auch zum Schutz der Pflanze gegen allerlei Schädlinge. Genau wie ein Sud aus Knoblauch, der bei Blattläusen oder eine Brühe aus Ackerschachtelhalm gegen zahlreiche Pilzkrankheiten hilft.

Generell gilt eine gesunde Pflanze braucht keinen besonderen Schutz gegen Schädlinge. Vorbeugend kann man aber schon mal auf die viel zitierten kleinen Helfer im Garten setzen. Bieten Sie zum Beispiel Flohrfliegen und Ohrzwickern einen Unterschlupf gleich in der Nähe der Pflanzen, also direkt im Beet oder im Baum. Ein umgedrehter Blumentopf mit Stroh reicht schon aus um sie anzusiedeln. Sie fressen mit Vorliebe Blattläuse.

Auch das Einhalten der Fruchtfolge hilft düngen und schützen. Genau wie die Wahl des passenden Pflanznachbars. Einige Tipps zum Schutz der Pflanzen finden Sie direkt bei der Beschreibung der jeweiligen Pflanze, da es den Rahmen dieses Artikels sprengen würde.