Kräuter

Es gibt keine Unkräuter.

Kräuter teilen wir in erster Linie in Kulturkräuter bzw. kultivierte Kräuter und Wildkräuter ein. Beide haben ihre Berechtigung im Garten und jedes einzelne ist nützlich. Für beide Kategorien gibt es Küchenkräuter und Heilkräuter.

Wie jeder Anfänger startete auch ich mit den klassischen Küchenkräutern, allen voran dem Schnittlauch und der Petersilie. Inzwischen ist mein Kräutersammelsurium stattlich gewachsen und ich habe auch die Qualitäten der Wildkräuter zu schätzen gelernt.

Sie finden nicht nur in meinem Kochtopf oder meiner Hausapotheke Anwendung, sondern sind auch so manches Mal nützliche Helferlein bei der Bekämpung von Pilzkrankheiten oder Schädlingen oder auch wertvoller Dünger für meine geliebten Pflanzen.

Ja, manche der Wildkräuter sind eben beliebter als andere. Auch bei mir tummeln sich Giersch, Wiesenpippau und Weidelgras. Nichts im Leben ist perfekt. Und das muss es auch gar nicht sein. Wer das erkennt, erkennt das Perfekte im Unperfekten und für den ist bald alles perfekt. Ein Widerspruch? Mitnichten!

Giersch zum Beispiel ist essbar und kann verwendet werden wie Petersilie. Also nicht bekämpfen sondern einfach wegessen. Das Weidelgras, häufig mit der Quecke verwechselt, gehört zu den Süßgräsern. Meist wandert es in unsere Gärten aus der Landwirtschaft, wo es für die Heu- und Silagegewinnung angebaut wird. Das Weidelgras bindet, wie Leguminosen, Stickstoff aus der Luft und gibt es an den Boden ab. Das bedeutet es düngt den Boden praktisch beim Wachsen.

Es lohnt sich also nicht gleich alles aus dem Garten zu verbannen. Manche Vorteile erschließen sich uns erst bei der genaueren Betrachtung. Auch bei mir wuchert nicht alles wild durcheinander. Aber ich lasse der Natur ihren Raum und greife nur ab und an sanft korrigierend ein. Das ist viel entspannter und schon so manches Mal wurde ich positiv überrascht.

Übrigens: Oben auf dem Bild, am Rhododendron leicht zu erkennen, wachsen die Kräuter auf saurem Milieux in halbschattiger Lage. Zitronenmelisse, Liebstöckel und Bärlauch fühlen sich dort sehr wohl.